Soll ich schieben? Ich hab mal Zivi gemacht – das Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo

In meiner Laufbahn als Rollstuhlfahrerin höre ich mir viele Kommentare und Fragen bezüglich meiner Behinderung an.

— 16. März 2014

Meistens von wildfremden Menschen, wenn ich auf den Aufzug oder die U-Bahn warte, auf Partys an der Bar oder beim Einkaufen im Supermarkt. Das Mitteilungsbedürfnis scheint oft sehr angeregt zu sein, wenn ich als Rollstuhlfahrerin irgendwo auftauche. Ich finde das faszinierend und mache mir oft einen Spaß daraus. Denn Humor braucht man dringend, wenn man nach Sprüchen, wie »Sie sind doch viel zu hübsch, um behindert zu sein« nicht frustriert nach Hause gehen möchte.

Auch erschreckt es mich, wie schnell intime Kreise durchbrochen werden können. Ich möchte von keinem Fremden gefragt werden, wie ich Sex habe. Das geht nur meinen Partner, meine Freundinnen und Twitter etwas an. Auch interessiert es mich nicht, ob jemand irgendjemanden kennt, der auch im Rollstuhl sitzt. Ich möchte auch nicht automatisch als Inspiration gelten, nur weil ich eine Behinderung habe. An dieser Stelle höre ich dann oft: »Laura, jetzt sei doch nicht so streng mit den Leuten. Die sind doch nur unsicher.« Aber will ich Unhöflichkeit mit Unsicherheit rechtfertigen? Und darf Unwissenheit als Entschuldigung dienen?

Aus all den Sprüchen, die Menschen im Rollstuhl ständig hören, habe ich zusammen mit Lorenz Meyer das Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo gebastelt.

Viel Spaß!

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Tschiller